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Malaysia - Borneo

1. Tag: Auf geht es nach Malaysia und Borneo in einer Zeit der enormen Konflikte im Nahen Osten. Hätten wir, wie so häufig, die Anreise nach Asien über ein Drehkreuz am Persischen Golf gemacht, wär es wahrscheinlich zu einer teuren Umbuchung gekommen. Allerdings hatten wir dieses mal mit Turkish Airlines mit Umstieg in Istanbul die "risikoärmere" Variante gebucht. Nach langem Flug landen wir in Kuala Lumpur.

2. Tag: Wir sind ziemlich früh im Hotel und hatten gehofft, uns von der Anreise noch etwas erholen zu können. Allerdings hat die Agentur uns ziemlich im Regen stehen lassen, da die Rezeption keine Zimmerbuchung für uns finden konnte. Nach langem hin und her und einigen Telefonaten konnten wir dann doch einchecken. Unklar war zu diesem Zeitpunkt auch wann und wo wir die Reisleitung treffen. Nachdem wir dann alles klären konnten ging es eine erste Erkundungstour in Kuala Lumpur mit den typischen Sehenswürdigkeiten KL Tower und Petronas Twin Towers. Nach dem Zusammentreffen mit der Reisegruppe brechen wir dann am zeitigen Abend auf zur einer Streetfoodtour im Ausgehviertel Bukit Bintang in der belebten Jalon Alor Straße. Auf den in Asien so typischen Nachtmärkten probieren wir uns durch traditionelle Küche Malaysias und kommen so schon ein bisschen an. 

3. Tag: Nach dem Frühstück sind wir wieder auf Entdeckungstour durch Kuala Lumpur. Zunächst besuchen wir die von Touristen überrannten Batu Caves. Zurück in der Stadt machen wir einen kurzen Fotostopp am Sultan Abdul Samad Building und der St. Mary Kathedrale sowie dem Aussichtspunkt auf die Jamek Moschee, wo wir auch sehen und erfahren können, dass der Name Kuala Lumpur "Schlammige Mündung  bedeutet. Einen sehr eindrucksvollen, fast mystischen Besuch (Foto) erleben wir im taoistischen Tempel Sin Sze Si Ya... unbedingt machen. Kurz noch zum Hindutempel Sri Maha Mariamman, der typisch hinduistisch kunterbunt ist. Für ein paar schöne Fotos gehen wir nochmal zurück zum Sultan Abdul Samad Building (auf jeden Fall nachmittags hingehen wegen dem Licht) und im Anschluss zur PNB 118, dem zweithöchsten Gebäude der Welt. Nach einem großartigen Cocktail als Absacker, geht es zurück ins Hotel. Morgen verlassen wir die Stadt, kommen aber am Ende der Reise nochmal wieder und werden über weitere interessante Erlebnisse und einer total verrückten Begegnung berichten.

4. Tag: Wir verlassen also erstmal Kuala Lumpur und fahren in den ältesten Regenwald der Welt, den Taman Negara NP (ca. 130 Mio. Jahre, Quellen weisen auch den Daintree als ältesten Regenwald aus). Nach einer landschaftlich ziemlich reizvollen Fahrt erreichen wir das Herz des Nationalparks in Kuala Tahan. Wir machen eine kleine Wanderung und brechen zu einer Nachtsafari im Park auf. Der Taman Negara Nationalpark ist die Heimat verschiedenster Tierarten, wie Elefanten, Büffel, Tapire und über 600 Vogelarten. Wir sehen einen Waran, wo auch ein Foto gelingt und ein Hirschferkel, da allerdings erschrocken wegrennt sowie verschiedene Insekten und Skorpione.

5. Tag: Am Morgen unternehmen wir eine Wanderung durch den üppigen tropischen Regenwald. Auf dem Weg entdecken wir doch so Einiges an interessanten Pflanzen. Das Ziel der Wanderung erreichen wir mit dem Teresik Berg, von dem aus man einen tollen Panoramablick genießen kann. Danach geht es leider nicht gemäß Programm abenteuerlich weiter. Die geplante Überquerung mehrerer Hängebrücken im Regenwald ist wegen einem Schaden (Stand 2026 ) nicht möglich. Übrigens die längste Brücke ist immerhin stolze 530 Meter lang und schwebt 40 Meter über dem Boden. Am Nachmittag geht es weiter auf einer super Bootstour, durch die eindrucksvolle Natur bis zu den wunderschönen Lata Berkoh Kaskaden, wo wir im Fluss baden. Wir merken etwas zu spät, dass wir an der falschen Stelle ins Wasser gehen... wir werden von der Strömung mitgerissen, an einige Felsen im Wasser geschleudert und kommen teilweise auch unter Wasser. Das war echt grenzwertig. Außerdem muss man dort auf die unzähligen Wespen aufpassen.

6. Tag: Heute verlassen den Taman-Negara-Nationalpark und fahren in die Cameron Highlands. Die Region ist vor allem bekannt für Ihre idyllischen Teeplantagen, dessen Anbau auf die britische Kolonialzeit zurückzuführen ist. Aufgrund der Ferienzeit in Malaysia ist in dieser beliebten Region Stau ohne Ende, so dass wir unser geplantes Programm auf den nächsten Tag verschieben müssen.

7. Tag: Das vom Vortag verschobene Programm holen wir nach und unternehmen eine Wanderung durch den spektakulären moosbewachsenen Wald und lernen die Pflanzenwelt näher kennen. In dem Wald sind die Kannenpflanze, verschiedene Orchideenarten und Farne beheimatet. Mit etwas Glück kann man dort auch die größte Blüte der Welt, die Rafflesia finden. Aufgrund seiner Lage in über 2000 m Höhe gibt es ein spezielles Ökosystem in diesem beeindruckendem Nebelwald. Auf malerischen Wegen verlassen wir die Cameron Highlands in Richtung Penang. Unterwegs halten wir in Ipoh, um die charmante Stadt mit ihrem Streetart, den verspielten Gassen und dem Stadthaus zu besichtigen. Sehr sehenswert ist in Ipoh auch der Höhlentempel Perak Tong. Spät am Abend kommen wir dann in Georgetown auf der Insel Penang an.

8. Tag: Wir bleiben heute im schönen Georgetown. Zunächst besichtigen wir den unglaublich faszinierenden Tempel Kek Lok Si, der größte chinesisch buddhistische Tempel in Südostasien. Hier sollte man sich Zeit nehmen, es gibt viel zu entdecken und herrliche Ausblicke. Zurück in der Stadt zeigt sich, dass Georgetown ein wahres Kunstparadies ist. Überall in der Altstadt finden wir Wandgemälde, die Geschichten erzählen und die Straßen in eine Galerie verwandeln. Das bekannteste Wandgemälde ist das interaktive Kunstwerk von Ernest Zacharevic, "Kleine Kinder auf dem Fahrrad" (anstellen beim Fotografieren). Noch ein Fotostopp an der St. Georges Kirche, die älteste eigens errichtete anglikanische Kirche in Südostasien. Dann zum Clanhaus Khoo Kongsi, bummeln durch die Gassen, ein Abstecher zur Waterfront sowie zur Kepitan Kling Moschee. Außerdem erfahren wir, wie die duftenden Räucherstäbchen hergestellt werden, die die Stadt mit ihrem Aroma durchziehen. Am Abend geht es zum Nachtmarkt, um etwas Streetfood zu probieren. Georgetown ist weltbekannt für die exzellente Küche. Ein Absacker gibt es in der ziemlich stylischen Bar Stage II.

9. Tag: Es geht zum Flughafen von Penang, um nach Kuching auf der Insel Borneo zu fliegen. Wir können schon vorweg nehmen, die Kultur, Flora und Fauna unterscheidet sich auf der Insel Borneo sehr zur Halbinsel von Malaysia. In Kuching angekommen, fahren wir zum Hotel und verbringen den Rest des Tages für uns. Wir bummeln durch die Stadt, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Ein Muss ist auf jeden Fall die Carpenter Street mit einigen Restaurants und Läden, die Darul Hana Brücke mit tollem Blick auf das architektonisch besondere Gebäude der Staatsversammlung des Bundesstaates Sarawak.

10. Tag: Wir fahren nach Semenggoh um Orang-Utans zu beobachten. Leider lässt sich keiner blicken. Nach der Regenzeit ist das Fruchtangebot so groß, dass sich die Tiere auch nicht mit leckerem Futter anlocken lassen. Ziemlich enttäuscht fahren wir zurück nach Kuching, um noch die Kuching Stadt Moschee anzusehen und einen ausführlichen Besuch im Borneo Kultur Museum zu machen. Nicht ohne Stolz berichtet unser Guide davon, dem Stamm der Iban anzugehören, die hier im Bundesstaat Sarawak leben. Natürlich darf der Hinweis nicht fehlen, dass bis in die 1970er Jahre noch die Kopfjagd als Zeichen von Männlichkeit und Prestige praktiziert wurde und die abgetrennten Köpfe im Langhaus der Familie ausgestellt wurden (das entsprechende Foto unten ist bewusst nicht ganz so nah aufgenommen). Am Abend geht es ans Ufer des Sarawak zur Lichtershow vor dem Gebäude der Staatsversammlung... nicht verpassen.

11. Tag: Wir besuchen heute einen kleinen Markt in Kuching, um mehr über das einheimische Gemüse, Fisch, sowie Fleisch und Gewürze zu erfahren. Anschließend kochen wir gemeinsam mit einem Küchenchef ein traditionelles 6-Gänge Gericht der malaysischen Küche und genießen unser selbst gekochtes Essen. Am Nachmittag unternehmen wir eine schöne Bootsfahrt auf dem Fluss Santubong und bekommen auch unser Foto von den drolligen Nasenaffen. Außerdem leben Krokodile und auch Irrawaddy-Delfine im Santubong. Der Sonnenuntergang ist wunderschön und Abends erleuchten Glühwürmchen die Mangrovenwälder. 

12. Tag: Mit dem Boot geht es zum wilden Bako-Nationalpark, einem wahren Naturparadies! Der Ausflug ist tatsächlich ein wunderbares Erlebnis... unbedingt machen. Auf unserer Wanderung entlang der unberührten Küste tauchen wir ein in eine Welt aus üppigem Regenwald, Stränden und einer Flora ein, die in allen Farben erstrahlt. Doch die Natur hat auch großartige Tierbegegnungen zu bieten. Wir versuchen die berühmten Nasenaffen, die grünen Vipern, Bartschweine und den Silbernen Haubenlanguren, die das Schutzgebiet bewohnen zu erspähen. Es gelingen teilweise fantastische Fotos und mit unvergesslichen Eindrücken kehren wir zurück nach Kuching.

13. Tag: Heute steht wieder wieder ein Inlandsflug an... auf nach Sandakan im Bundesstaat Sabah. Das geht allerdings etwas schief. Nachdem 3.00 Uhr der Wecker klingelt, wollen wir eigentlich den 6.00 Uhr Flug mit Air Asia von Kuching über Kota Kinabalu nach Sandakan bekommen. Am Flughafen erfahren wir dann, dass dieser Flug ausfällt. Somit müssen wir erst zurück nach Kuala Lumpur und nach 6-stündigem Aufenthalt geht es dann nach Sandkan. Wir verpassen daher zunächst den Besuch des Rainforest Discovery Centre (RDC). Nachdem wir den ganzen Tag auf Flughäfen verbracht haben, sind wir froh im Hotel zu sein.

14. Tag: Gleich früh am Morgen besuchen wir das Sepilok Orang-Utan Rehabilitationszentrum. Ich habe bei strömendem Regen meinen Poncho vergessen, so dass wir uns zu Zweit mit der gesamten Technik unter einen Poncho zwängen müssen. Wir werden natürlich nass, aber Hauptsache die Kameras sind trocken. Im Zentrum erfahren wir etwas über den Schutz der Orang-Utans, spazieren durch den Regenwald und beobachten die Fütterung auf zwei Plattform (Hinweis für Fotografen: eine Plattform ist hinter Glas). Anschließend lernen wir im benachbarten Sun Bear Conservation Centre die kleinsten Bären der Welt kennen, leider auch bei starken Regen und dementsprechend schlechten Fotos. Nach dem Mittagessen holen wir die am Vortag verpasste Tour im  Rainforest Discovery Centre (RDC) nach, die durchaus lohnenswert ist. Die Höhepunkte sind sicher der Rainforest Walk mit Hängebrücken und der Canopy Walkway, ein 347 Meter langer Baumkronenpfad, der spektakuläre Ausblicke auf den Regenwald bietet. Zudem sieht man einige Tiere, wie den berühmten Nashornvogel. Danach geht es auf einer zweistündigen Fahrt zur Sukau Greenview Lodge. Nach dem Abendessen erwartet uns eine Nachtbootsfahrt zur Beobachtung nachtaktiver Tiere.

15. Tag: Heute sind wir nahezu den ganzen Tag auf dem Kinabatangan Fluss unterwegs, um Vögel und Wildtiere zu beobachten. Wir haben großes Glück am Ufer einen Borneo Zwergelefanten zu sehen, da diese Art durch Abholzung des Regenwaldes und Anbau von Palmölplantagen stark gefährdet ist und nur noch sehr wenige Tiere auf Borneo anzutreffen sind. Unterbrochen wird unsere Flusstour nur durch eine kurze Dschungelwanderung durch den unberührten Regenwald sowie ein bisschen Kulturprogramm über das Leben und die Traditionen der Orang Sungai, eine Gruppe indigener Völker, die hier im malaysischen Bundesstaat Sabah entlang der Flüsse beheimatet sind und teilweise in den abgelegenen bergigen Gebieten wohnen. So haben unter anderen die Murut, die für ihre Kopfjagd-Kultur bekannt sind, nach wie vor kaum Kontakt zur Bevölkerung. Nach den 2 Tagen im Dschungel von Sabah auf Borneo sind wir von der Natur sehr beeindruckt. Es wirkt fast surreal, morgen wieder in Kuala Lumpur zu sein.

16. Tag: Von Kinabatangan geht es zurück nach Sandakan. Am Flughafen endet der offizielle Teil unserer Rundreise durch Malaysia. Wir fliegen zurück nach Kuala Lumpur und, wie eingangs schon erwähnt, bleiben wir noch ein paar Tage in der Stadt.

17. Tag bis 19. Tag: Wir erkunden Kuala Lumpur auf eigen Faust. Nach der Rundreise machen wir erstmal eine ruhige Tour durch die Stadt  und sammeln ein paar Fotomomente ein. Am Abend werden wir fast vom Blitz getroffen, so dass wir mit einigem Schreck in den Gliedern uns gar nicht mehr aus dem Hotel trauen. Am Folgetag besuchen wir den Tan Hou Tempel, einer der größten und ältesten chinesischen Tempel in Südostasien. Außerdem geht es zum Botanischen Garten, dem Nationaldenkmal und zum alten Bahnhof, der wie ein Maharadscha Palast aussieht. Am letzten Tag gibt das noch 2 Höhepunkte und ein völlig verrücktes Erlebnis. Die 2 Höhepunkte sind der Besuch des KL Towers und der Petronas Twin Towers. Beides nicht ganz günstig. Ehrlich gesagt, hat uns das Sky Deck des KL Towers am besten gefallen, dass es offen ist und man damit ein großartigen Rundumblick auf die Stadt hat. Vor der Abreise gab es dann das besagte verrückte Erlebnis... wir treffen einen Freund aus dem 9.900 km entfernten Hamburg. Nach einem langen und "feuchtfröhlichem Abend" klingelt sehr früh der Wecker. Ziemlich müde und verkatert machen wir uns auf dem Weg zum Flughafen und müssen ein Land verlassen, was eine vielfältige und reichhaltige Natur und Kultur zu bieten hat. 

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